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Er grünt so grün…

mein treuer Brokkoli. Er begleitet mich nun schon seit fast 2 Jahren auf meiner Terrasse und ist anscheinend durch nichts aus der Fassung zu bringen.

Alles begann damit, daß ich mir einbildete, etwas grünes im Frühling würde mir guttun. Gedacht – getan, also wurden im Oktober vorletzten Jahres Borkkolisamen im Balkonkasten verstreut. Sie keimten wie üblich hervorragend und damit hatte ich dann einige Pflänzchen zum Einsetzen in meine großen Kübel. Dann kam grausliches Wetter (im Winter vor zwei Jahren hat es doch tatsächlich teilweise auch in Wien heftig geschneit) und ich habe von meinen Pflänzchen nichts mehr gesehen.

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Ich schwöre, unter dem Schnee ist der Bokkoli… 🙂

 

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Ja, jetzt ja 🙂

Als der Schnee dann abtaute, kam er dann wieder zum Vorschein, mein Brokkoli. Gewachsen war er und sah auch nicht so aus, als hätte ihm der Winter etwas anhaben können. Nun ja, im Fühjahr sägte ich die ersten Köpfe ab, ließ aber die Strünke stehen. Aus den Blattachseln entwickelten sich dann laufend neue Köpfchen, kleiner, aber nicht weniger gut. Im Laufe der Zeit sägte ich immer mehr ab, die Köpfchen, Teile der Strünke und auch die Blätter wanderten nach und nach in meine Küche. (Der Trick bei den Strünken ist, sie gut zu schälen, dann schmecken sie hervorragend). Den Brokkolis hat das nicht im geringsten etwas ausgemacht. Im heißen Sommer letzten Jahres allerdings, hat mich einer ausgetrickst und ist so schnell in Blüte gegangen, daß ich nicht hinterhergekommen bin. Typisch, kaum dreht man sich mal um, fängt dieses heimtückische Grünzeug hinter meinen Rücken zu blühen an. Übrigens sehr hübsche, gelbe kleine Blüten. 🙂 Nun gut, soll er halt blühen wenn es ihn glücklich macht, den Platz habe ich eh nicht gebraucht. Der Sommer ging vorbei, der Herbst kam, dann der diesjährige Winter und ich sägte Köpfchen um Köpfchen, Stiel um Stiel, Blätter um Blätter. Dann kamen die Nächte mit dem Frost. Bis zu -8°C wurde es kalt, ohne Schnee diesesmal. Alle Brokkolis hielten durch, bis auf meinen Blühmaxl. Der streckte die Waffen, respektive seine Blüten und verschwand hinter der Regenbogenbrücke. Gut, ich habe ja noch meine anderen…

Vor einer Woche, machte ich mal einen Kontrollgang und was sehe ich da? Blühmaxl hat offenbar fleißig Samen produziert und die haben gekeimt. Und sogar schon kleine Köpfchen gebildet…

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Das sind die neuen…

Der Brokkolinachschub für die nächsten Jahre ist gesichert. 😉 Äh, nicht, daß die alten aufgegeben hätten, nein, nein, die produzieren noch immer Köpfchen um Köpfchen, bin gespannt wie lange. Irgendwie sind die Strünke inzwischen so dick wie kleine Baumstämme…irgendwann brauche ich tatsächlich eine Säge…

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und das die Veteranen…

Also ich muß sagen, ich finde Brokkoli herrlich einfach und er dankt es einem auch mit viel frischem Grün über Jahre hinweg. Allerdings stellt er ein paar kleine Ansprüche.

Brokkoli ist, wie alle Kohlarten ein Starkzehrer. Ich habe deswegen die Mörteltröge mit Brokkoli bepflanzt, die gut mit Kompost verfüllt waren (nein, nicht gut abgelagerter, dazu war zu wenig Zeit, es war teilweise nur halbverrottetes Material).

Und, was bei Kohlpflanzen wirklich wichtig ist, der Boden sollte, nein eigentlich muß, leicht basisch sein. Ansonsten kann es zur gefürchteten Kohlhernie kommen. Diese Krankheit wird durch den Parasiten Plasmodiophora brassicae verursacht. Dieser Parasit bildet Dauersporen im Boden und man wird ihn nur äußert schwer wieder los. Aber er mag keine neutralen bis basischen Böden. Und eine gute Stickstoffdüngung tut zusätzlich gut. Saueres Bodenmilieu fördert hingeggen die Keimung der Dauersporen und die Entwicklung des Parasiten.

Ich habe also in meine Tröge ein wenig Lehm untergearbeitet und auch noch Gartenkalk dazugegeben. Meinem Brokkoli taugt das anscheinend ungemein. 😉

Da nicht jeder eine liebe Kollegin hat, die Lehmbaz in ihrem Garten zuhauf hat und ihn freiwillig hergibt und auch nicht jeder ein kleines 20 Kilo Säckchen Kalk kaufen und heimschleppen möchte, haben wir mit “Grüne Hilfe Kohl” eine praktische Dosierung hergestellt. Ein Pakerl langt für zwei bis drei normalgroße Pflanzen. Und diesesmal muß man nicht einmal etwas ansetzen, nein, einfach den Inhalt bei den Wurzeln ein wenig in die Erde einarbeiten, das langt. (Sollte allerdings schon Kohlhernie aufgetreten sein, muß entweder die Erde komplett entsorgt werden, oder man darf keinerlei Kohl bzw. Kreuzblütler auf diesem Fleck mehr anbauen, weghexen können wir den Parasiten nämlich leider nicht).

Ansonsten bleibt mir nur noch “go, Brokkoli, go” zu wünschen übrig. 🙂

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